Überschwemmung im Mühlemattli 1926

Aus einem Gespräch mit Agnes Exer-Enz:

 

Und wo ist dann die Laui ausgebrochen? Das Schmittenbächli ist gleichzeitig über die Ufer getreten. "D Ming Petri" , die Schwester von Pius' Frau hat angerufen, Pius solle kommen, das Schmittäbächli gehe über. Da ist Pius hingegangen und wir hatten niemanden mehr da als Vater und Sepp. Da gingen diese hinauf zur Laui und nahmen die Latten weg. Die Prügel konnten sie nicht mehr wegnehmen, was wir üblicherweise bei schweren Gewittern getan haben. (Anmerkung: Vor 1939 gab es an der Stelle der Gedeckten Brücke nur eine gewöhnliche Holzbrücke, die jeweils bei Gewittern gänzlich entfernt wurde)

 

Als nun die Wassermassen Bäume mitschwemmten, verhängten sie sich an der Brücke und verstopften so den Durchfluss. Und da geschah das Unglück: Die Wasser überfluteten gleichzeitig von oben her und vom Rückstau von unten her. Da hatten wir viel Wasser, Steine und alles. Von Wyls hatten noch mehr als wir, die wir etwas weiter unten sind.

 

Im Keller drin reichte das Wasser bis zur Decke hinauf. Wir konnten lange nicht ins Haus hineingehen. Dort, wo heute Walter Berchtold-Erni wohnt, war eine überhöhte Stelle, ein Hügel bis gegen Kisers hin. Da stellten sie eine Leiter an, so kam man in das Haus der Familie von Wyl, durchquerte den Hausgang, eine weitere Leiter führte zum Stall. Mit einer weiteren Leiter erreichten wir unser "Vorläibäli". Danach legten sie grosse gefüllte Säcke hin und Bretter drauf. Nach einem weiteren Gewitter schwamm am Morgen wieder alles umher. 

 

Als der Vater nach der Überschwemmung 1926 die Stalltür wieder öffnete, zeigte es sich, dass die Tür dicht gehalten hatte. Vor Freude jauchzte er beinahe auf. Auch der Jauchekasten blieb unversehrt. Das Material deckte ihn einfach zu. Den Miststock trug das Wasser bis hinunter unter die Strasse, dort wo heute der Spielpark eingerichtet ist. Eine Holzbeige warfen die Männer auf einen Wagen, sonst wäre diese auch weggeschwemmt worden.

 

 

 

Den Muhr ("Mior") und den Dreck konnte man nicht wegführen wie heute, weil man nicht so Maschinen hatte. Also hat man die Steine mit Rechen zusammengebracht und weggeführt, anschliessend säte man wieder an. Es gab auch viel Arbeit, bis die Keller ausgeräumt waren. Rings um das Haus brachten sie das angeschwemmte Material weg.