Eine furchtbare Strafe

Am 7. September im Jahre 1713 wurde in der Nacht in die Pfarrkirche zu Giswil eingebrochen. Der Tabernakel wurde gewaltsam geöffnet, das Ciborium, das Gefäss für die heiligen Hostien und dasjenige mit dem heiligen Öl gestohlen. Die Hostien und das Öl hatte der Dieb auf den Altar geschüttet und mit einem Tüchlein zugedeckt. Auch der Opferstock wurde geplündert, jedoch misslang der Versuch in die Sakristei einzudringen. Der Schaden des ganzen Einbruchs wurde auf 150 Gulden geschätzt. Damals war Theodul Anderhalden Pfarrer, Georg Gasser Helfer und Melchior Ettlin Organist.

 

Zwei Jahre später, im Jahre 1715 wurde der mutmassliche Dieb in Uri gefasst und in den Kerker geworfen. Es handelte sich um Balz Burch aus der Schwendi, er war ein notorischer Dieb und hatte auch andere Kircheneinbrüche auf dem Kerbholz.  

 

Nachdem man ihm die rechte Hand abgehackt hatte (mit dieser hatte Burch die geweihten Hostien berührt) wurde er erwürgt und der Leichnam verbrannt. Die Asche wurde auf dem Richtplatz verscharrt.

 

Bereits im Jahre 1714 waren ein neues Ciborium und zwei Kelche im Wert von 104 Gulden als Ersatz für die gestohlenen Gegenstände in Auftrag gegeben worden.