Giswilerli

Flurnamen werden in unseren Regionen recht flexibel gehandhabt je nach Standpunkt des Erzählers, dazu ein kleines Beispiel:

 

Die Alp Platti liegt hinter dem Sattelstock und wird von der Alp Sattel aus bestossen. Der Weg ist für Mensch und Tier ausserordentlich beschwerlich und bei nassem Wetter und Schnee gefährlich. Auch den Hütten setzten die Naturgewalten immer wieder zu, so wurde das Hüttendach im Jahre 1945 durch die Schneelast eingedrückt nachdem dieses 40 Jahre vorher neue aufgebaut wurde. Der Senn verbrachte früher zwei bis drei Wochen im Platti und wohnte im Hüttli. Heute bleibt das Vieh nur noch knapp eine Woche dort, der Senn nimmt jeden Tag den beschwerlichen Weg über den Sattelstock unter die Füsse. Die Entlebucher bewirtschaften oberhalb dem Stäldili ihre Alp Battli, weil dieser Name vielfach zu Verwechslungen mit dem Giswiler Platti führte, wurde unser Platti kurzerhand in Giswilerli unbenannt.  

 

So haben wir Giswiler hinter dem Berg mit unserem Platti einen Botschafter und Sympathieträger, mit rauher Schale aber herrlich gelegen. Wie lange wird dieser Fleck wohl noch als Alp genutzt?